Pflichtenheft und Gliederung

Anleitung zur Erstellung eines Pflichtenheftes

Ein Pflichtenheft ist die zentrale Übereinkunft zwischen Auftrageber und Auftragnehmer. Es dient dazu Grenzen abzustecken und eine einheitliche Vorstellung vom Endresultat festzulegen.Darüber hinaus kommt dem Pflichtenheft auch eine rechtliche Bedeutung zu, es ist in vielen Fällen die Grundlage von Vereinbarungen und oft sogar Vertragsbestandteil. Aufgaben-Inhalt: Angebotslegung, Auftragserteilung, Technisches Design, Abnahme des Endprodukts. Für eine Anforderungsspezifikation bestehen folgende Qualitätsmerkmale: Vollständigkeit, Konsistenz, Eindeutigkeit, Durchführbarkeit.
Gliederung des Pflichtenhefts
Ein Gliederungsvorschlag eines Pflichtenheftes stammt von Helmut Balzert Lehrbuch der Software-Technik
Verlag: Spektrum-Akademischer Vlg; Auflage: 2., überarb. und erw. A. (Dezember 2000)
Beispiel nach Balzert
1. Zielbestimmung
1.1 Grenzkriterien
1.2 Wunschkriterien
1.3 Abgrenzungskriterien
2. Produkteinsatz
2.1 Anwendungsbereiche
2.2 Zielgruppen
3. Produktkonfiguration
Software, Hardware, Orgware
4. Produkt-Umgebung
Schnittstellen, Betriebsbedingungen
5. Produkt-Funktionen
5.1 Funktion 1
5.2 Funktion 2
usw.
6. Produkt-Leistungen
7. Benutzerschnittstelle
8. Qualitäts-Zielbestimmung
9. Globale Testfälle
9.1 Testfall 1
9.2 Testfall 2
usw.
10. Entwicklungs-Konfiguration
Software, Hardware, Orgware
11. Ergänzungen


Weitere Beispiele:
1. Einleitung
1.1 System Referenz
1.2 Gewerbliche Ziele
1.3 Randbedingungen
2. Daten-Beschreibung
2.1 Daten-Fluß
2.2 Daten-Inhalt
2.3 Daten-Struktur
2.4 System-Schnittstellen
3. Funktions-Beschreibung
3.1 Funktionelle Einteilung
3.2 Beschreibung der Teilfunktionen
Ablauf, Restriktionen, Effizienz, Randbedingungen

4. Testvorschriften
Effizienz-Grenzen
Testklassen
Musterergebnisse
5. Literatur
6. Anhang



1. Ist-Analyse
1.1 Bestandsaufnahme
1.2 Gliederung des Prozesses
1.3 Bedienungs-Philosophie
2. Computerinstallation
2.1 Globale Ziele der Installation
2.2 Referenz- und Konkurrenzsysteme
2.3 Technische Trends
3. Definition des Benutzersystems
3.1 Aufgabensystem
3.2 Schnittstellen
3.3 Systemverhalten bei Störungen
3.4 Dokumentation
4. Computertechnische Angaben
4.1 Softwarestandards
4.2 Betriebssystem
4.3 Hardwarekonzept
5. Projektablauf
5.1 Terminplan, Auslieferung, Kosten
5.2 Abnahme und Garantien
5.3 Test- und Wartungshilfen
5.4 Verantwortliche Personen, Gerichtsstand

Industriebeispiel 1
1. Zielsetzung
2. Voraussetzungen
2.1 Hardware-Konfiguration
2.2 Software-Umgebung
2.3 Entwicklungshilfsmittel
2.4 Fremdprodukte
2.5 Marketingdaten
2.6 Randbedingungen
Technische -, Terminliche -, Verfahren
3. Funktionsumfang
3.1 Aufgaben, funktionelle Anforderungen
3.2 Benutzerschnittstelle und -Einrichtungen
3.3 Quantitative Anforderungen
3.4 Grenzen und Einschränkungen
3.5 Konfiguration, Ausbaustufen, Varianten
3.6 Kompatibilität, Portabilität
4. Funktionsprüfung
5. Projektumwelt
5.1 Qualitätskontrolle
5.2 Technischer Kundendienst
6. Kosten und Aufwendungen
7. Literatur

Industriebeispiel 2
1. Allgemeines
Einführung
Referenzen
2. Systembeschreibung
Funktionelles Zusammenwirken
Funktionelle Arbeitsweise
Aufteilung in Hard-/Software
3. Softwareanforderung
Daten: Name, Typ, Struktur, Wertevorat, Dimension
Genauigkeit, Zeitbedingungen, Bedeutung
Funktionen
Ergebnis, Bedingungen, Initialisierung, Sonderfälle
Wiederholfrequenz/Durchlaufzeit, Bedeutung
4. Sonstige Anforderungen
Programmiersprache, Verfahrensvorschriften

1. Grundsätzliche DV-Architektur
Trennung DV/BW
Modularisierung
Schnittstellen, Schichtenbildung
Daten-Erfassung, -Verarbeitung, -Auswertung, -Verwaltung
2. Verarbeitungsart nach Funktion
Batch
Dialog
Realzeit
3. Integration
Daten, Datenbasis
Funktionsabläufe
Bezug zu anderen Produkten
4. Customizing
Grad der Variabilität
Form der Variation (Codevariabilität)
Standardfälle
5. Benutzeroberfläche
6. Funktionstrennung
Anwendungsneutrale Funktionen
Anwendungsspezifische Funktionen
Kundenspezifische Funktionen
Branchenspezifische Funktionen
Zentralfunktionen
7. Systemsteuerung
8. Technische Leistungsfähigkeit
Durchsatz, Responsezeiten
zu verarbeitendes Mengengerüst (Daten-/Transaktions-)
Arbeitsspeicherbedarf
Sicherheit des Produktes (Privacy, Security, Test-
sicherheit, Zuverlässigkeit, Robustheit, Ausfallzeiten)
Wartbarkeit (Telemaintenance, Änderbarkeit)
9. Betriebswirtschaftliche Funktionen
Abzudeckende BW-Aufgabengebiete
Funktionsumfang der BW-Aufgabengebiete
Ausbaustufen (Grundfunktionen, Aufbaufunktionen)

1. Allgemeine Angaben
Ziel des Projektes
Ausgangslage der Ablauf-Organisation
mit Schwachstellen
2. Funktionsbedarf
Liste der Einzelfunktionen
Darstellung des Zusammenhanges der geforderten
Funktionen untereinander und der organisatorischen
Einbettung in den Betrieb des Anwenders
Beschreibung der Einzelfunktionen
Arbeitsergebnisse nach Form und Inhalt
Verarbeitungen auf dem Weg vom ursprünglichen zum geforderten (Ergebnis-)Zustand,
Funktion im mathematischen
Sinne,Bedingungen und Konsequenzen, Abstimmungen und Maßnahmen der
internen Kontrolle, Datenschutz/-sicherung.
Randbedingungen, Schnittstellen zu anderen
Funktionen, Grad der Notwendigkeit, gesetz-
liche Vorschriften und sonstige Regelungen,
Termin- und sonstige Zeit-Angaben für den
laufenden Einsatz und die Verfügbarkeit
dieser Einzelfunktion.
Betrachtung des Nutzens
3. Daten-Umfeld des Gesamtsystems, Mengengerüst, Testdaten

1. Ziele des Projekts
Ausgangslage (Ergebnis Ist-Analyse, Schwachstellen)
Angestrebte Einsatzziele
2. Anforderungskatalog
qualitative, funktionale, DV-technische Anforderungen
3. Systemüberblick
Methodische Kurzbeschreibung (SADT, ...),
Einbettung ins Gesamtsystem
4. Beschreibung der Schnittstellen
Welche Daten liefert das System,
welche Arbeitsergebnisse in welcher Form ?
Benutzerschnittstelle, Bedienerführung.
Schnittstellen zu Fremdsystemen.
5. Beschreibung der Funktionen
6. Kosten-Nutzen-Analyse
7. Projektplanung


Verwendete Quellen